Apple iPad – an der Revolution muss noch gearbeitet werden

Apple hat das wohl meistgehypteste Gadget aller Zeiten gestern Abend tatsächlich vorgestellt. Hier ein ausführliche Gedankensammlung und Einschätzung zum iPad.

iPad und das iPhone OS – work in progress

Ansich ist man von Apple gewohnt, dass Produkte erst dann vorgestellt werden, wenn sie perfekt sind. Umso verwunderlicher, dass die angepasste Version des iPhone OS so unfertig wirkt. Vor allem dem Home-Screen und Unlock-Screen sieht man an, dass sie eher quick&dirty umgesetzt wurden. Keine Weiterentwicklung vom gewohnten iPhone Interface … viel verschwendeter Platz … sehr unsexy und damit Apple untypisch. Mittlerweile gelten die Interfaces von Googles Nexus One & Co als State of the Art. Das iPhone Interface kennt man schon zu lange, es fehlt das “Neue”, das “Innovative”.

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Es scheint als wurde das Betriebsystem (Version 3.2) nur notdürftig iPad kompatibel gemacht und in den Labors von Apple schlummert mit der OS Version 4.0 der große Wurf, den wir aber wohl erst im April/Mai sehen werden. Das iPhone OS nach oben hin für das iPad zu öffnen, als zu versuchen Mac osX in ein Multitouch Tablet Korsett zu zwängen, erscheint als strategisch vernünftige Entscheidung und wird auch dem iPhone langfristig zu gute kommen. Allerdings müssen spätestens mit iPhone OS 4.0 einige dringende Verbesserungen nachgereicht werden: – Multitasking!!! // – ein FileBrowser. Dropbox könnte dabei Vorbild sein // – Flash für Mobile Safari // ….

iPad & iPhone als Plattform – The Bigger Picture

Eines der großen Überraschungen des iPhone war der Siegeszug der Apps. Zumal das eigentliche Killerfeature des iPhone und des iPads aus meiner Sicht weiterhin im MobileBrowsing liegt. Das iPad wird ein ausgezeichnetes “Netbook” sein, mit einer großartigen Internet-Surf-Experience. Die ScreenSize, Multitouch und die Geschwindigkeit des iPads sind perfekt dafür geeignet. Daher wird es spannend sein inwieweit mobileSafari und osX Safari sich in Zukunft vereinigen werden. Flash Support & real Tab Browsing wären wichtige Verbesserungen und hoffentlich erkennt Apple die Wichtigkeit einer offenen Plattform und lässt auch Browser wie Firefox, Chrome und Opera zu. Kartellamt Klagen wären ansonsten (hoffentlich) die Folge.

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Das iPad wird außerdem ein fantastisches Gaming Device sein, ähnlich dem MobileBrowsing, ist die Kombination aus ScreenSize, MultiTouch und Geschwindigkeit perfekt. Sofern die Gaming Industrie das beherzigt und mehr als nur angepasste Versionen von iPhone Games veröffentlich (zB StrategieSpiele ala Command&Conquer mit innovativen Multitouch Elementen) könnte dies ein Hauptverkaufsargument für das iPad sein.

Die von Stebe Jobs präsentieren Apps wie Kalender und Adressbuch haben allerdings einen der Schwachpunkte des iPads gezeigt. Einzig die Programme “aufzublasen” und bunter anzumalen um den nun zur Verfügung stehenden Platz zu füllen ist für mich keine wirkliche Innovation. Da können die Apps auch ruhig weiterhin in iPhone Size ala Widgets (incl. Multitasking) verwendet werden. Hier müssen Apple und die Developer in nächsten Monaten zeigen wozu ein Tablet fähig sein kann. Es wäre schade, wenn das iPad sein Dasein einzig als Medienkonsum Tablet fristen müsste.

Einzig die Präsentation von iWork hat wirklich gezeigt wieviel Potential in den iPads Apps liegen wird. Ich glaub es wäre wichtig neben den iPhone Developer auch die Mac osX Developer abzuholen und zu unterstützen ihre Apps MultiTouch und iPad fähig zu machen.

iPad und Content – Erfolg des Musik Store kopieren

Einer der wichtigsten Erfolgsgaranten des iPads wird weiters die massive Ausweitung von Apples Contentangebot sein. Mit dem iTunes Music Store ist Apple bereits eines der mächtigstes Medienhäuser mit einem bis dato ungeschlagenen Angebot. Musik ist umfassend zu finden und schnell, sehr einfach und relativ billig zu erwerben und direkt zu konsumieren. In Punkto Filme, Serien und ab heute auch Bücher steht Apple allerdings erst am Anfang. Und gerade für diese Medien wäre das iPad am besten geeignet. Soll der iPad zum Hauptdevice für den multimedialen MedienKonsum werden, müsste Apple daher den Umfang des Film und Serien Angebots massiv ausweiten und FullHD Downloads zu einem besseren Preis mit alternativen Sprachspuren anbieten.

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Der iBook Store steht noch ganz am Anfang. Das Recycling der Trademark “iBook” ist natürlich sehr smart. Ob das Angebot mit Amazon im Umfang konkurrieren kann und ob der iPad tatsächlich ein Amazon Kindle Killer ist aber fraglich. Die oftmals angekündigte Neuerfindung des Zeitungs Marktes via digitalem iTunes-Newspaper-Store blieb Apple gestern gänzlich schuldig. Einzig die NewYork Times gab einen kleinen Ausblick auf die mögliche Richtung.

Langfristig wäre es wichtig den iTunes & iBooks Store von der iTunes Software zu lösen und zusätzlich im WebBrowser verfügbar zu machen um eine 100% Akzeptanz zu erreichen und auf der anderen Seite es zu ermöglichen eBooks und Musik auch via Amazon auf dem iPad kaufen zu können, ansonsten würde zwangsläufig eine nicht haltbare Monopolstellung entstehen.

iPad Hardware – Solide Basis für die Zukunft?

Der Formfaktor ist ansich keine große Überraschung. Optisch auffallend ist der sehr dicke Frame rund um den Touchscreen, folgt aber konsequent den Macbook & iMac Screens und dürfte in der Handhabung sehr angenehm sein, da das iPad wohl am besten mit den Daumen auf den seitlichen Frames zu halten ist. Der schöne 16:9 Formfaktor des iPhones geht dabei allerdings ein wenig verloren.

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Die technischen Daten erscheinen vorerst solide, vor allem bei der Preisgestaltung. Höchst interessant natürlich der Einsatz des hauseigenen Apple Prozessors. Das wird Intel nicht sehr glücklich machen. Die Geschwindigkeit der präsentieren Apps, vor allem von Safari scheint wirklich sehr sehr gut zu sein.

Falls die Batteriezeiten tatsächlich nur halbwegs halten können, was sie versprechen, wäre zumindest das eine kleine Revolution. Die iPad Version ohne SIM Card macht allerdings langfristig keinen Sinn, da erst die mobile Internet Connection das iPad wirklich zum täglichen Begleiter machen werden. Applaus an dieser Stelle für die Entscheidung die SIM Version ohne Mobilfunk-Knebelvertrag anzubieten. Das größte Manko aber ist die fehlende Kamera, diese wird auf Hardware Seite auch der größte Kritikpunkt sein und es ist anzunehmen, dass dies die wichtigste Verbesserung in der nächsten Revision ist. Eventuell sogar mit einer doppelseitigen Kamera für Photographieren und VideoChat.

Update:
Ich hab einen weiteren Beitrag zu Apples iPad als mobiler Webbrowser aus Webdesign Sicht auf knallgrau.tv gepostet.

7 Responses

  1. ChristophD says:

    Interessante Zusammenfassung muss ich sagen!

    Ein Punkt, den ich aber nicht ganz verstehe, ist die Sache mit dem “täglichen Begleiter”. Für mich ist das iPad einfach zu gross um immer mit mir unterwegs zu sein. Wenn ich sowieso schon eine Tasche / Rücksack dabei habe kann ich auch gleich ein Netbook oder Notebook mitnehmen, da sehe ich keinen Vorteil bei der Verwendung des iPads. Selbst im Urlaub kann ein iPad die Kombination aus Smartphone und Netbook/Notebook in meinen Augen nicht ersetzen was allein schon an der fehlenden Möglichkeit Daten von einer Digitalkamera zu kopieren liegt.

    Zwecks Ergonomie stellt sich mir auch die Frage wie man das Teil vA bei Texteingabe wirklich bedienen soll. Wenn’s auf einem Tisch liegt, was zum Tippen angenehm wäre, ist der Blickwinkel auf den Bildschirm unangenehm. Zum in einer Hand halten ist Ding auf Dauer zu schwer und mit zwei Händen sind die Tasten nicht wirklich gut erreichbar wie’s mir scheint. Die Docking-Station mit Tastatur auf der anderen Seite kostet wieder extra und der Blickwinkel ist dann auch wieder fixiert (was zum Beispiel im Zug oder Flugzeug sicherlich eher unangenehm ist).

    Im Endeffekt ist das iPad für mich schlicht und einfach ein Sofa-Surf-Gerät. Da ich aber bereits einen iPod touch (der auch klein genug ist um imer dabei zu sein) und ein Notebook habe gibt’s für mich eigentlich keinen Bedarf an einem weiteren Gerät.

  2. Pingback: Apple iPad « Oisand – Blog

  3. smeidu says:

    @ Christoph
    sehr guter Beitrag auf futurezone.ORF.at zum iPad http://bit.ly/dgSC4l als Kaffeehaus-Computer. Für was steht der iPad wirklich ….

    Ich glaube schon, dass wir in einigen Jahren weniger mit Laptops und vielmehr mit Tablets herumlaufen werden. Der Laptop hat sich immer weiter davon entfernt ein Arbeitsgerät zu sein. (Programmier, Designer ausgenommen)

    Tablets werden vor allem zum surfen, emails und medienkonsum allgemein benützt werden und ich glaube, dass sie langfristig ein Massenprodukt werden. der iPad ist dabei der Anfang, sollte aber mit der nächsten Revision unbedingt eine Kamera und Cardslot bekommen.

  4. Vera says:

    Nicht nur eine Kamera oder ein Cardslot fehlt, es hat ebenso wenig Speicher und keinen Flashplayer. Wie soll ich denn das Web surfen, ohne die Möglichkeit mir Flashapplikationen anzusehen. Somit ist es nicht besser, wie ein IPhone, das die gleichen Fähigkeiten hat. In ein paar Jahren, wenn es mehr Speicher haben wird und revolutioniert ist, werde ich sicher daran denken, mir eines zu kaufen. Jedoch im Moment ist es für mich nutzlos.

  5. Pingback: Apple iPad » Links zu interessanten iPad – Artikeln

  6. Sabrina says:

    ja ist auch ein gratis chat einfach mit nickname einloggen mehr nicht unter w.w.w.coldtube.c.o.m

  7. I have been examinating out many of your posts and i must say nice stuff. I will make sure to bookmark your site.

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